Formen der Gewalt
Was bedeutet häusliche Gewalt?Formen der Gewalt
Psychische Gewalt
Psychische Gewalt zeigt sich in indirekter Weise, wie z.B. durch Verhaltensweisen wie Nichthören, absichtliches Missverstehen, Androhungen zu verletzen oder sich zu rächen, die Partnerin stets abzuwerten, die Frau als Dienerin zu behandeln, Einschüchterungen, Anschuldigungen, Beleidigungen, Kontrolle und/oder Isolation.
Psychoterror (stalking)
Stalking tritt häufig dann ein, sobald eine Frau beschließt, sich von der Gewaltsituation zu befreien. Der Mißhandler verfolgt bewußt und wiederholt die Betroffene, indem er sie gegen ihren Willen auflauert und belästigt. Er verfolgt sie in ihren Bewegungen, vor der Haustüre, vor der Arbeit, ruft sie ständig zu Hause und auf dem Handy an. Die Folgeerscheinungen können zerstörend sein: das Stalkingopfer fühlt sich dermassen eingeschüchtert, daß das Gefühl autonom und selbstständig zu sein, verloren geht bzw. beschädigt wird.
Ökonomische Gewalt
Ökonomische Gewalt zeichnet sich durch finanzielle bzw. ökonomische Bindung bzw. Abhängigkeit zur Person aus, welche diese ausübt; wie z.B. durch Verbot der Frau einer Arbeit oder Ausbildung nachzugehen, Ausnutzung der Frau als Arbeitskraft, Überhäufung mit Schulden, Einschränkung oder Unterlassung des Haushaltsgeldes, wenn die Frau nicht arbeitet, Vorenthalten des ehelichen Einkommens, nicht Zahlung der Unterhaltskosten nach einer Trennung.
Körperliche Gewalt
Physische Gewalt äußert sich als direkte Aggression gegen eine Person, wie z.B. Stoßen, an den Haaren ziehen, Ohrfeigen, Boxen, Messerstiche bis zur Tötung im Extremfall.
Sexuelle Gewalt
Sexuelle Gewalt definiert jede aktive oder passive sexuelle Handlung welche durch körperliche Gewalt, Drohungen oder durch Ausnutzen der Autorität der Betroffenen erzwungen wird.
Miterlebte Gewalt
Darunter versteht man psychische, ökonomische, körperliche und sexuelle Gewalt, die gegen die Bezugspersonen einer/eines Minderjährigen und/oder gegen andere bedeutende erwachsene oder minderjährige Personen ausgeübt wird. Der/die Minderjährige kann diese Gewaltform direkt (Augen- und Ohrenzeuge) oder indirekt miterleben (er weiß darüber bescheid) und/oder indem er/sie die Folgeerscheinungen wahrnimmt. Sie leben in einer Athomsphäre in welcher Stress, Spannungsdruck und Angst ständig auftreten, erleben regelmäßig Gewalt, die von einem Elternteil auf das andere ausgeübt wird. Das führt zu vielfältigen negativen Folgen. Zeuge der Gewalt gegen die eigene Mutter zu sein, wirkt auf das Kind verwüstend. Minderjährige die Gewalt miterleben sind traumatisierte Kinder, die ihr Unbehagen oft durch Reaktionen und Verhaltensweisen äußern, die für Nahestehende wie Verwandte, Freunde, Erzieher, usw. schwer verständlich sind. Diese Kinder laufen die Gefahr, daß sie sich beim Erwachsenwerden schwer tun, ein Selbstgleichgewicht zu finden und gesunde Beziehungen aufzubauen.

